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Unter neuraler Kochsalztherapie versteht man eine alternative Behandlungsform, die bei verschiedenen chronischen Krankheiten und Schmerzformen ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um Injektionen physiologischer Kochsalzlösung (0.9%-iger NaCl - Lösung). Die Nervenbahnen regulieren mit ihren elektrischen Impulsen die Funktion von Organen, die Schmerzempfindung, die Eng- und Weitstellung von Blutgefäßen und damit die Versorgung der entsprechenden Gewebestrukturen mit Sauerstoff, Nährflüssigkeit und körpereigenen Abwehrstoffen. Damit eine Nervenbahn die Impulse aus dem zentralen Nervensystem, dem Rückenmark, zum Zielort leiten kann, bedarf es eines ausgewogenen Elektrolytmilieus. Die neurale Kochsalztherapie zielt darauf ab, dieses Defizit zu beheben und wieder für einen anhaltenden und ausreichenden Energiefluss zu sorgen. Ausgelöst werden die Beeinträchtigungen der Nervenbahnen in aller Regel durch mehr oder weniger chronische Entzündungen am Ursprungsort der Nervenbahnen, direkt an der Wirbelsäule. Aus dem Rückenmarkskanal der Wirbelsäule entspringen in Höhe der Wirbelkörper, symmetrisch für jede Körperhälfte, die Spinalnerven (Nervenwurzeln). Diese teilen sich immer weiter in kleinere Äste auf und erreichen so das entsprechende Organ und Gewebegebiet. Geschädigte, abgenutzte Wirbelkörper und/oder degenerierte Bandscheiben erzeugen Druck und Reibung auf die direkte Umgebung und die Spinalnerven selbst. Es kommt zu Entzündungen und zu Beeinträchtigung der Leitfähigkeit der Nervenbahn. Physiologische Kochsalzlösung hat eine antientzündliche und abschwellende Wirkung.
Praktische Durchführung
Die Kochsalzlösung wird in einer Menge von 1,5 - 2,0 ml an die betroffenen Spinalnerven injiziert. Hierbei kommen sehr dünne Nadeln zum Einsatz, so dass der Einstich von den Patienten kaum verspürt wird. Bei der Behandlung besteht kein größeres Komplikationsrisiko wie bei jeder anderen medizinischen Injektion. In der Regel sind 12 Behandlungssitzungen als Basisbehandlung erforderlich. Das Therapieergebnis wird etwa 6 Wochen nach Beendigung der Therapie kontrolliert. Diese Zeitspanne ist notwendig, damit die Nervenwurzelentzündungen abgebaut und der Energiefluss über die Natrium-Kaliumpumpe wieder selbständig ablaufen kann. Während dieser Phase und auch während der eigentlichen Therapie kommt es gelegentlich zu Nervenwurzelreizungen, die manchmal als subjektive Verschlechterung empfunden werden. Dieser "Heilschmerz" ist harmlos und weist auf eine gute Reaktionslage der behandelten Struktur hin.
Art und Dauer der vorliegenden Erkrankung, Alter und Reaktionslage des Patienten bestimmen den Therapieansatz und den Therapieverlauf. Wiederholungs- und Auffrischungsbehandlungen können erforderlich sein.
Indikationen:
- degeneratives HWS-, BWS-, LWS - Syndrom
- M. Bechterew, M.Scheuermann
- Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose)
- Gonarthrose (Kniegelenksarthrose)
- Arthrosen verschiedener großer u. kleiner Gelenke
- Migräne, Zervikalmigräne u. andere Cephalgien, Rheuma
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